Deutsche Autohersteller in der Krise

Das alte Erfolgsmodell funktioniert nicht mehr

02.08.2026 – 18:24 UhrLesedauer: 5 Min.

«Auto China» 2026Vergrößern des Bildes

BMW-Logo ist an einem Messestand während der Auto China: Die deutschen Autohersteller kämpfen gegen die Krise. (Quelle: Johannes Neudecker/dpa/dpa-bilder)

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Deutschlands Autobauer stecken tief in der Krise. Doch nicht nur das schwierige Geschäft in China verhagelt ihnen die Bilanzen.

BMW verdient im zweiten Quartal rund ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum und kündigt massive Stellenkürzungen an. Volkswagen muss ebenfalls einen deutlichen Gewinneinbruch verkraften. Mercedes-Benz verkauft in China 30 Prozent weniger Autos. Audi senkt wegen der schwierigen Lage in China und der Belastungen durch US-Zölle den Ausblick. Porsche steigert den Gewinn bei sinkenden Umsätzen, verschärft den Sparkurs und baut Stellen ab. Kaum eine Woche vergeht derzeit ohne neue Sparprogramme, Debatten um Werke oder Personalabbau bei einem der großen deutschen Hersteller.

Obwohl sich die Probleme im Detail unterscheiden, tauchen in nahezu allen Geschäftsberichten dieselben Begriffe auf: China, Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität, Kosten und Geschäftsmodell.

Hohe Gewinne glichen lange die hohen Kosten aus

Noch vor wenigen Jahren schien das Erfolgsrezept der deutschen Autoindustrie nahezu unangreifbar. Entwickelt wurde in Deutschland, produziert auf mehreren Kontinenten und besonders gut verdient in China. Die Globalisierung schuf offene Märkte und vergleichsweise stabile Lieferketten. Vor allem die Premiumhersteller profitierten davon. China entwickelte sich zum wichtigsten Einzelmarkt und für viele Konzerne zur Gewinnmaschine. Die hohen Erträge aus den Gemeinschaftsunternehmen finanzierten Investitionen in neue Modelle, Werke und Technologien mit und kaschierten die Tatsache, dass die Produktionskosten in Deutschland extrem hoch sind.

Heute gerät ausgerechnet dieses Erfolgsmodell an mehreren Stellen gleichzeitig unter Druck.

Massive Verluste in China

Jahrzehntelang galten BMW, Mercedes-Benz, Audi und Volkswagen in China als Maßstab. Wer ein deutsches Premiumauto fuhr, kaufte nicht nur ein Fahrzeug, sondern auch ein Stück Status. VW hatte in den Achtzigerjahren noch einen wichtigen Anteil an der Motorisierung der Menschen, verdiente in guten Zeiten vier bis fünf Milliarden Euro pro Jahr in China, berichtet das „Handelsblatt“. Doch das Bild hat sich grundlegend verändert. Der Gewinn lag 2025 bei gerade einmal 958 Millionen Euro. Chinesische Hersteller wie BYD, Geely oder Nio haben massiv aufgeholt. Sie entwickeln ihre Fahrzeuge schneller, günstiger und näher an den Bedürfnissen chinesischer Kunden. Deutsche Hersteller übersahen das Tempo der Konkurrenz und die Trends angesichts gut laufender Verkäufe und verschliefen die E-Mobilität. Die deutschen Marken wirken altbacken und bei den jungen Käufern wenig hip, und sie sind zu teuer. Sie verlieren Marktanteile und mit ihnen einen Teil jener Gewinne, die lange als selbstverständlich galten.

imago images 0791834811Vergrößern des BildesSelbstbewusst: Unternehmen wie XPeng definieren sich als Tech-Firmen. (Quelle: IMAGO/Piti Anchaleesahakorn/imago)

Mercedes-Benz bekam das zuletzt besonders deutlich zu spüren. Im zweiten Quartal brach der Absatz in China um 30 Prozent ein. BMW kämpft ebenfalls mit einer deutlich schwächeren Nachfrage und spricht auch von einem Absatzrückgang um ein Drittel. Audi nennt das schwierige China-Geschäft ausdrücklich als einen Grund für den um 8,2 Prozent gesunkenen Absatz im zweiten Quartal. VW, BMW und Mercedes verkauften 2025 in China weniger als 3,9 Millionen Autos. Der Marktanteil sank auf den niedrigsten Stand seit 2011. Vor allem bei den E-Autos hakt es.

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