Hitzewelle
Stand: 29.06.2026 04:08 Uhr
Der Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle hat heute Ostdeutschland erreicht. In Bad Muskau wurde nach MDR-Informationen als Sonntags-Höchstwert 41,5 Grad gemessen. Ein neuer Temperaturrekord für Deutschland wurde laut Deutschem Wetterdienst mit 41,7 Grad in Ost-Brandenburg erreicht – der dritte in drei Tagen. Aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden Waldbrände gemeldet.

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Der Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle hat sich heute in Richtung Osten bewegt und wieder ist ein neuer Temperaturrekord für Deutschland aufgestellt worden: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldete am Nachmittag 41,7 Grad in Neißemünde in Ost-Brandenburg. In Mitteldeutschland war es nach Angaben des MDR-Wetterstudios in Bad Muskau mit 41,5 Grad am heißesten – ein neues Allzeithoch für Sachsen. Wärmster Ort in Sachsen-Anhalt war am Sonntag nach MDR-Angaben Holzdorf im Landkreis Wittenberg mit 40,6 Grad und in Thüringen Gerstenkorn mit 39,1 Grad.
Am Montag werden in Mitteldeutschland niedrigere Temperaturen und Gewitter erwartet und damit eine „Abkühlung“ für den Wochenbeginn auf wieder unter 30 Grad.
Die heißesten Orte Mitteldeutschlands lagen bisher vor allem in Sachsen-Anhalt. In Sandersdorf-Brehna ist nach MDR-Wetterdaten mit 41,6 Grad am Sonnabend ein Höchstwert aufgestellt worden, gefolgt von Drewitz bei Burg mit 41,5 Grad nach Daten vom Deutschen Wetterdienst (DWD).
Nach DWD-Angaben gab es mit 29,4 Grad in Kubschütz in Ost-Sachsen bei Bautzen auch einen neuen Rekord für die Nacht zum Sonntag.
Amtliche Unwetterwarnung vor schweren Gewittern in Sachsen und Thüringen
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor schweren Gewittern in Sachsen und Thüringen. Es bestehe Gefahr durch Blitzschlag, umstürzende Bäum, rasche Überflutungen von Straßen/Unterführungen, sowie mögliche Erdrutsche und Hagelschlag.
Rettungseinsatz im Jugendzeltlager
In einem Jugendzeltlager, das am Wochenende an der Kiesgrube in Eilenburg stattfand, mussten am heutigen Tag etwa ein Dutzend Kinder und Jugendliche medizinisch versorgt und anschließend in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.
Nach bisherigen Erkenntnissen klagten die Betroffenen über hitzebedingte Kreislaufprobleme. Daraufhin wurde der Rettungsdienst alarmiert, der die Kinder und Jugendlichen vor Ort medizinisch betreute und weitere Maßnahmen einleitete. Die Polizei hat in diesem Zusammenhang die Ermittlungen wegen des Verdachts einer fahrlässigen Körperverletzung aufgenommen. Gegenstand der Ermittlungen ist zudem die Klärung der Umstände und möglichen Ursachen, die zu den gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Kinder und Jugendlichen geführt haben.
Waldbrände und Brandgeruch in Leipzig
Im Harz zwischen Treseburg und Wienrode in Sachsen-Anhalt ist ein Waldbrand ausgebrochen, in einem schwer zugänglichen Wald. Auch in der Gohrischheide im Kreis Meißen in Sachsen brennt es wieder, weniger als ein Jahr nach dem großen Waldbrand 2025.

Auch aus Thüringen wurde ein Brand gemeldet – aus Mumsdorf, das zu Meuselwitz im Kreis Altenburger Land gehört. Durch den starken Rauch und westliche Winde zog der Geruch bis nach Leipzig und in den Kreis Leipziger Land.
Leipzig: Straßenbahnen-Verkehr auch am Montag beeinträchtigt
In Leipzig standen wegen der Hitze die städtischen Straßenbahnen still. Die Verkehrsbetriebe teilten am Nachmittag mit, dass auch am Montag noch kein sicherer Betrieb möglich sei. Am Sonnabend war aufgeweichte Fugen-Gussmasse in Schienen, Weichen und Räderwerke gelaufen und hatte sie verklebt.

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Der Straßenbahnverkehr in Leipzig wird wegen der Hitzeschäden auch am Montag noch gestört bleiben. Reporterin Katja Stieler dazu.
In Magdeburg fielen nach Angaben der dortigen Verkehrsbetriebe jetzt vermehrt die Klima-Anlagen für die Fahrer aus. Auch die Chemnitzer Verkehrs-AG meldet Probleme mit der Klimatechnik und bittet Fahrgäste, auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten.
„Hitzewelle für die Geschichtsbücher“
Die aktuelle Hitzewelle aus dem Südwesten Europas ist außergewöhnlich. Siehe hier von MDR WISSEN dazu: 2026 – kein Sommer wie jeder andere. Auch MDR-Meteorologe Jörg Heidermann hatte bereits am Donnerstag von einer „Hitzewelle für die Geschichtsbücher“ gesprochen.

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MDR-Meteorologe Jörg Heidermann in seinem Wetter-Update vom 25. Juni
Eine Hitzewelle haben wir, wenn die Außentemperatur über Tage bei 30 Grad oder darüber liegt, erklärt MDR-Meteorologe Jörg Heidermann.
Gewitter mit Abkühlung kommende Woche
Zum Start der Woche wird laut MDR-Meteorologe Heidermannn, „diese sommerliche Hitze ausgeräumt. Und das wird dann allerdings mit kräftigen und unwetterartigen Gewittern einhergehen“.

Video | MDR AKTUELL
In der Nacht wird es in Mitteldeutschland etwas kühler. Vielerorts ist mit Schauern und Gewittern zu rechnen.
Waldbrandgefahr: Tendenz steigend
Durch die lange Hitze und Trockenheit steigt vielerorts im Osten auch die Waldbrandgefahr. Im gesamten Norden von Sachsen-Anhalt etwa gilt seit Freitag die höchste Warnstufe 5, mittlerweile auch in nördlichen Kreisen Sachsens und vereinzelt in Thüringen.
Eine detaillierte Warnkarten für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und geltende Vorschriften bei den verschiedenen Gefahrenstufen finden Sie hier:

Bahn bietet kostenlose Stornierungen
Die Deutsche Bahn bietet für die kommenden Tage erstmals sogenannte Hitze-Kulanz an. Demnach können Fernverkehrstickets bis einschließlich 30. Juni kostenlos storniert werden, wenn sie bis zum 23. Juni gekauft wurden. Die hohen Temperaturen sind für Weichen, Leit- und andere Technik der Bahn eine Belastung. Schon im Sommer 2025 gab es bei Hitze defekte Weichen und deshalb Zugausfälle und Verspätungen.
2026 – kein Sommer wie jeder andere
Die Zahl heißer Tage mit über 30 Grad lag nach DWD-Daten von 1963 bis 1992 bei 4,5 Tagen pro Jahr und hat sich für die Zeit 1993 bis 2022 auf 9,1 verdoppelt. Bisher Rekordjahr ist 2018 mit mehr als 20 Tagen. 40 Grad wurden im 20. Jahrhundert in Deutschland nur einmal überschritten – am 27. Juli 1983. Im 21. Jahrhundert gab es schon 2003, 2015, 2019 und 2022 mehrfach Temperaturen über 40 Grad – im Juli und August. Ohne Klimawandel wäre die aktuelle Durchschnittstemperatur in Deutschland vielerorts bis zu zwei Grad niedriger. Quellen: DWD, Statista, Climameter
dpa, MDR AKTUELL (ksc/kkö)



