Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Huthi: Haben erneut Ziele in Saudi-Arabien angegriffen

Omans Außenminister: Treffen zu Straße von Hormus verschoben

Iran stellt Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht

Nach Angriff auf saudische Ölpipeline: Ölpreis steigt – Irak reagiert

Saudische Ölpipeline, die den Hormus-Kanal umgeht, nach Angriffen stillgelegt

News zu Nahost: Tanker laut Iran in Straße von Hormus durch Mine in Brand geraten – USA widersprechen – Politik

Tanker laut Iran in Straße von Hormus nach Minen-Kollision in Brand geraten – USA widersprechen

In der Straße von Hormus ist nach Angaben der iranischen Revolutionsgarde ein Öltanker auf eine Seemine gefahren und explodiert. Der Tanker El Gaia sei auf der vom Iran verminten südlichen Route durch die Meerenge unterwegs gewesen, berichtete der staatliche Rundfunk Irib unter Berufung auf die Revolutionsgarde. Das gesamte Schiff sei nach der Detonation der Mine in Flammen aufgegangen.
„Die Straße von Hormus ist geschlossen und bleibt unter unserer Kontrolle“, teilte demnach die Marine-Führung der Revolutionsgarden mit. Sie habe zuvor vor dem Befahren der südlichen Route gewarnt. Die Marine hat die südliche Passage vermint, lediglich eine nördliche Route entlang der iranischen Küste für sicher erklärt und verlangt Gebühren für die Durchfahrt.

Das US-Militär wies die Darstellung der Revolutionsgarde zurück. El Gaia sei vielmehr bereits im vergangenen Monat von einer iranischen Rakete getroffen worden, teilte das für die Region zuständige Zentralkommando der US-Streitkräfte (Centcom) mit. Am Wochenende habe Iran das Schiff dann vor der Küste des Omans erneut mit einer Drohne angegriffen. Gegenwärtig werde der manövrierunfähige Tanker von einem regionalen Partner abgeschleppt.

Die Straße von Hormus ist im Iran-Krieg zum zentralen Streitpunkt zwischen Teheran und Washington geworden. Vor dem Krieg lief rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung durch die Meerenge. Auch Flüssiggas und Dünger aus den Golfstaaten werden über die Route exportiert. Ein für diesen Montag geplantes Außenministertreffen der Staaten am Persischen Golf über die Straße von Hormus wurde kurzfristig abgesagt. 

Leon Wenz

Iran-Krieg verteuert Öl und Waren im Großhandel

Die Ölpreise haben im frühen Handel nach einem Rückgang am Vorabend wieder Boden gutgemacht. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November kletterte am Morgen um gut 1,7 Prozent auf 107,48 Dollar. 

Die sogenannte Ost-West-Pipeline, eine wichtige saudische Ölroute und eine Ausweichroute für Transporte durch die Straße von Hormus, war in der vergangenen Woche nach Angriffen stillgelegt worden. Der Staatskonzern Saudi Aramco hat bislang keinen Termin für eine Wiederaufnahme genannt. Brent-Öl hat sich in diesem Jahr bislang um fast 76 Prozent verteuert, während sich der US-Iran-Krieg über die ölreiche Region ausgebreitet hat, Schiffe in der Straße von Hormus attackiert wurden und Ölfelder stillgelegt werden mussten. Diplomatisch bleibt die Lage angespannt. Während Trump jüngst mal wieder erklärte, Iran wolle ein Abkommen, nennt Iran die Erfüllung seiner Bedingungen als Voraussetzung für Gespräche.
 
Auch die Verkaufspreise im deutschen Großhandel sind im August so stark gestiegen wie seit dreieinhalb Jahren nicht. Verglichen mit dem Vorjahresmonat lagen die Preise um 6,8 Prozent höher, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Einen größeren Sprung binnen Jahresfrist gab es zuletzt im Februar 2023 mit damals 9,5 Prozent. „Ausschlaggebend für den Preisanstieg im August 2026 waren noch immer die Kriegshandlungen in Iran und im Nahen Osten, in deren Folge sich insbesondere die Großhandelspreise für Energieprodukte und Rohstoffe erhöhten“, erläuterte die Behörde in Wiesbaden.

Luzia Geier

Schiffsverkehr in Straße von Hormus bricht nach Angriffen ein

Nach verstärkten Angriffen im Nahen Osten geht der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus zurück. Am Montag passierten dem Analysehaus Kpler zufolge nur noch vier Rohstoff-Frachtschiffe die Meerenge, nachdem es am Vortag zehn gewesen seien. Die iranische Revolutionsgarde hatte zuvor von der Explosion eines Öltankers nach einer Kollision mit Minen berichtet. Auch in der Meerenge Bab el-Mandab nimmt der Schiffsverkehr ab.

USA verhindern Teilnahme von Irans Atomchef an IAEA-Konferenz 

Die USA haben die Teilnahme des iranischen Atomchefs Mohammad Eslami an der Generalkonferenz der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien verhindert und damit Protest aus Teheran ausgelöst. Die US-Regierung legte ihr Veto gegen eine Ausnahmegenehmigung von UN-Sanktionen ein, die Eslami die Reise ermöglicht hätte. Iran sprach von einem „politischen Akt“, der die Arbeit der Organisation untergrabe.

Österreich als Gastland hatte nach eigenen Angaben eine Ausnahme beantragt, die nach einem Einspruch der USA abgelehnt wurde. Ein US-Diplomat bestätigte den Einspruch. Eslamis Teilnahme hätte die Konferenz zu einer „Bühne für Propaganda“ gemacht und die Glaubwürdigkeit der IAEA untergraben, sagte er zur Begründung.

Huthi: Haben erneut Ziele in Saudi-Arabien angegriffen

Die Huthi-Miliz in Jemen hat erneut Angriffe auf das benachbarte Saudi-Arabien für sich beansprucht. Sie habe auf der Luftwaffenbasis Chamis Muschait im Süden des Königreichs unter anderem Waffenlager, Startbahnen und Hangar mit Dutzenden Raketen und Drohnen angegriffen, sagte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari. Es sei eine Antwort auf mehr als 300 saudische Luftangriffe in Jemen in den vergangenen Tagen.

Saudi-Arabien, das die Miliz seit mehr als zehn Jahren an der Seite der international anerkannten Regierung bekämpft und dafür ein Militärbündnis in Jemen anführt, kommentierte das bisher nicht. Die Huthi hatten Nordjemen samt der Hauptstadt Sanaa 2014 überrannt und kontrollieren dort inzwischen große Gebiete. Bei ihrer jüngsten Offensive rückten sie auch weiter nach Süden vor in Richtung der wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. Laut Huthi-Kreisen und Quellen in der jemenitischen Regierung nahm die Miliz dabei auch die strategisch gelegenen Inseln Majun (auch bekannt als Perim) sowie Hanisch ein.

Berichten zufolge ist es unklar, ob und wie lange die Huthi die neu eingenommenen Gebiete an der Westküste und um die Hafenstadt Mokka halten können. Sie seien seitdem schweren Bombardements ausgesetzt, sagte der Sprecher einer jemenitischen Miliz, die mit der Regierung verbündet ist. Die Offensive sei für die Huthi deshalb eine „Katastrophe“ und werde ihr Ende in Jemen einläuten. „Es gibt jetzt die Gelegenheit, sie zu zermürben“, teilte Asil al-Sakaladi von den sogenannten Riesen-Brigaden mit.

Mit der Offensive der Huthi ist der Bürgerkrieg in Jemen erneut eskaliert. Zugleich können die Huthi etwa Handelsschiffe in der Meerenge Bab al-Mandab nun noch stärker angreifen als bei ihren früheren Angriffen in der Region ab 2023. Die Miliz hat allerdings erklärt, dass sie die Sicherheit der Schifffahrt dort gewährleisten möchte – mit Ausnahme Saudi-Arabiens, für dessen Schiffe die Miliz eine „Blockade“ verhängt hat.

Luzia Geier

Schiffsverkehr in Straße von Hormus geht deutlich zurück

Vorläufige Daten zeigen einen deutlichen Rückgang des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Am Wochenende sei die Zahl der täglichen Durchfahrten auf eine einstellige Zahl gesunken, während der Zehn-Tages-Durchschnitt bei 14 liege. Die Zahlen schließen keine Schiffe ein, die die Meerenge mit abgeschalteten Transpondern durchqueren.

Luzia Geier

Angriffe in Nahost treiben Ölpreis kräftig an

Der Ölpreis ist nach erneuten Angriffen in Saudi-Arabien und im Persischen Golf um mehr als drei Dollar gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 3,62 Dollar auf 108,23 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um 3,15 Dollar auf 103,20 Dollar. Hintergrund ist unter anderem ein Drohnenangriff auf die bedeutende saudische Ost-West-Ölpipeline. Deren Betrieb sei als Vorsichtsmaßnahme vorübergehend eingestellt worden, teilte das saudische Energieministerium mit. Die 1200 Kilometer lange Leitung hatte demnach zuletzt täglich vier bis fünf Millionen Barrel transportiert. Dies entspricht etwa vier bis fünf Prozent des weltweiten Ölangebots. Sie ermöglicht es Saudi-Arabien, den Seeweg durch die Straße von Hormus zu umgehen.

Luzia Geier

Omans Außenminister: Treffen zu Straße von Hormus verschoben

Das für diesen Montag geplante Außenministertreffen der Staaten am Persischen Golf in Oman wurde nach Angaben aus Maskat verschoben. „Im Interesse des Konsenses wurde das für morgen in Salalah geplante regionale Treffen verschoben“, teilte der omanische Außenminister Badr al-Busaidi auf der Plattform X mit. Berichten zufolge war ursprünglich geplant, dass Iran und Oman bei dem Treffen eine Vereinbarung im festgefahrenen Konflikt über die Straße von Hormus vorstellen wollten.

Man setze sich weiterhin für „einen Dialog ein, der Stabilität und dauerhafte Zusammenarbeit“ in der Region fördere, schrieb al-Busaidi. Weitergehende Angaben zu Gründen und einem neuen Zeitpunkt für eine Zusammenkunft nannte er nicht. Ein Vertreter des iranischen Außenministeriums bestätigte, dass Teheran und Maskat aufgrund einer gemeinsamen Entscheidung und „auf Wunsch einiger Länder der Region“ vereinbart hätten, das Gipfeltreffen zu verschieben, wie die iranische Nachrichtenagentur Fars mitteilte.

Der Inselstaat Bahrain, der im Krieg massiven iranischen Raketenangriffen ausgesetzt war, hatte bereits im Vorfeld mitgeteilt, das Treffen zu boykottieren. Die anderen Golfstaaten seien lediglich eingeladen gewesen, um über die Einzelheiten der Vereinbarung informiert zu werden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur vor der Absage des Treffens.

Der gut vernetzte Journalist Barak Ravid schrieb auf X unter Berufung auf einen hochrangigen Vertreter einer der Golfstaaten, dass Saudi-Arabien Änderungen am omanisch-iranischen Vorschlag bezüglich der Straße von Hormus eingereicht habe. Demnach habe Riad Bedenken geäußert, dass die vorgeschlagene Formulierung „effektiv einen neuen Status quo in der Straße etablieren könnte, der weder für Saudi-Arabien noch für die übrigen Golfstaaten akzeptabel wäre“. Auch das gut informierte Webportal amwaj berichtete im Vorfeld über Spannungen unter den geladenen Staaten. Die Vereinigten Arabischen Emirate etwa wollen nicht ihren Außenminister schicken, sondern lediglich einen Staatssekretär.

Luzia Geier

Angriff auf Schiff in Straße von Hormus schürt Sorgen um Ölversorgung

Nach dem jüngsten Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus und der Schließung einer wichtigen saudischen Ölpipeline wachsen die Sorgen um die Energieversorgung. Die anhaltenden Angriffe im sich ausweitenden Nahost-Konflikt könnten die Energiepreise weiter in die Höhe treiben. In der vergangenen Woche war der Preis für die Rohölsorte Brent wieder über 100 Dollar pro Barrel gestiegen.

Der Angriff ereignete sich einen Tag, nachdem Saudi-Arabien mitgeteilt hatte, seine Ost-West-Pipeline vorsorglich vorübergehend geschlossen zu haben. Grund war ein Drohnenangriff, der nach Angaben von Bagdad und Riad vom Irak ausging, wo von Iran unterstützte Milizen operieren. Die 1200 Kilometer lange Pipeline war in den vergangenen sechs Monaten die Hauptroute für die weltweite Ölversorgung aus dem Nahen Osten, da die Straße von Hormus kriegsbedingt weitgehend geschlossen war. Sie transportierte vier bis fünf Millionen Barrel pro Tag, was vier bis fünf Prozent des weltweiten Angebots entspricht.

US-Präsident Donald Trump sagte, wahrscheinlich sei Iran für den Angriff auf die Pipeline verantwortlich. Der De-facto-Machthaber Saudi-Arabiens, Kronprinz Mohammed bin Salman, hatte Trump am Donnerstag angerufen und um militärische Hilfe im Kampf gegen die Huthi-Miliz gebeten, wie drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Washington habe eine direkte Einmischung jedoch vorerst abgelehnt, aber Unterstützung durch Geheimdienstinformationen zugesagt. Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz in Jemen hatte zuletzt ihre Angriffe ausgeweitet und am Freitag Berichten zufolge die strategisch wichtige Insel Perim in der Meerenge von Bab al-Mandab erobert.

Diplomatische Bemühungen zur Beilegung des Konflikts verliefen bislang im Sand. Am Montag wollen Iran und die arabischen Golfstaaten in Oman zusammentreffen, um auch die Zukunft der Straße von Hormus zu erörtern. Ein hochrangiger iranischer Vertreter dämpfte jedoch die Erwartungen an einen Durchbruch. Iran fordert die Anerkennung seiner Kontrolle über die Straße von Hormus, was es dem Land ermöglichen würde, Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen zu erheben. Dies lehnen die USA ab.

Luzia Geier

„Unbekanntes Geschoss“: Schiff in Straße von Hormus angegriffen

In der Straße von Hormus ist erneut ein Schiff angegriffen worden. Es wurde bei der Durchfahrt der Meerenge von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen, wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht mitteilte. Es gebe bisher keine Informationen zum Verbleib der Besatzung oder möglichen Schäden. Anders als in den meisten bisherigen Fällen machte die Behörde auch keine Angaben zum genauen Ort des Vorfalls. Damit blieb unklar, ob das Schiff vor der Küste des Omans oder näher an der iranischen Küste getroffen wurde. Es blieb auch unklar, wer für den Angriff verantwortlich war. 

Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die Meerenge immer noch weitestgehend. Die Straße von Hormus ist eine wichtige Passage für Öl-, Flüssiggas- und Düngerexporte aus den Staaten am Persischen Golf. Die Blockade hat Folgen für die ganze Weltwirtschaft. Die Straße von Hormus ist inzwischen der zentrale Streitpunkt im Krieg zwischen den USA und Iran. Vor dem Krieg war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen.

Iran stellt Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht

Irans Präsident Massud Peseschkian stellt nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna eine Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus in Aussicht. Peseschkian knüpft diesen Schritt jedoch an ein Ende der US-Seeblockade sowie militärischer Aktionen der US-Armee.

Peseschkian äußerte sich laut Isna in einem Interview mit dem indischen Fernsehsender India Today. Der vollständige Text des Interviews soll später vom iranischen Präsidialamt veröffentlicht werden.

Laut Peseschkian unterzeichnen Oman und Iran am Montag in der omanischen Hauptstadt Maskat ein Abkommen über neue Schiffsrouten in der Meerenge. Beide Länder sind Anrainer der Straße von Hormus. Bei der Unterzeichnung nehmen Peseschkian zufolge auch die Außenminister der arabischen Anrainerstaaten des Persischen Golfs teil. Das Abkommen solle dann der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation übergeben werden.

Peseschkian nimmt derzeit am Brics-Gipfel in Indien teil. Die Abkürzung Brics steht für die Anfangsbuchstaben der ersten fünf Mitglieder Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Auch Saudi-Arabien, Iran, Ägypten, Äthiopien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indonesien sind Mitglieder.

Luzia Geier

Bericht: Israel-Libanon-Gespräche auf Oktober verschoben

Die für kommende Woche in Rom geplanten Gespräche zwischen Israel und Libanon sollen einem Medienbericht zufolge auf Oktober verschoben werden. Das berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf einen US-Vertreter. Als Grund würden Terminüberschneidungen mit jüdischen Feiertagen, einer Konferenz in Paris und den Vorbereitungen für die UN-Vollversammlung genannt, heißt es bei Axios unter Berufung auf Insider weiter. Einem Beitrag auf der Plattform X zufolge sollen sich die Botschafter beider Länder in Washington treffen.

Luzia Geier

Nach Angriff auf saudische Ölpipeline: Ölpreis steigt – Irak reagiert

Als Reaktion auf einen Drohnenangriff auf Saudi-Arabien hat die irakische Regierung einen Militärkommandeur in der Provinz Maisan abgesetzt und den Grenzübergang Schalamtscheh zu Iran geschlossen. Das Außenministerium in Riad erklärte, man habe auf Ersuchen des irakischen Ministerpräsidenten bislang von einem Vergeltungsschlag abgesehen, behalte sich jedoch das Recht vor, „alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen“, um die Interessen Saudi-Arabiens zu schützen. 

Davor hatten beide Länder bestätigt, dass die Attacke auf die wichtige Ost-West-Ölpipeline Saudi-Arabiens von irakischem Staatsgebiet ausging, wo von Iran unterstützte Milizen operieren. Der Betrieb der Leitung sei als Vorsichtsmaßnahme vorübergehend eingestellt worden, teilte das saudische Energieministerium mit. Im Irak wurde zwei Insidern zufolge zudem eine groß angelegte Fahndung nach den Tätern eingeleitet.

Bis zu ihrer Stilllegung hatte die Pipeline in den vergangenen Monaten täglich vier bis fünf Millionen Barrel transportiert, etwa vier bis fünf Prozent des weltweiten Ölangebots. Sie half Saudi-Arabien bislang, den Seeweg durch die Straße von Hormus zu umgehen, wo der Tankerverkehr wegen des Krieges zwischen den USA und Iran fast zum Erliegen gekommen ist. Gleichzeitig brachte die mit Iran verbündete Huthi-Miliz in Jemen Berichten zufolge die strategisch wichtige Insel Perim am südlichen Zugang zum Meer unter ihre Kontrolle. Zusammen verschärften die vorübergehende Stilllegung der Pipeline, die Störungen in der Straße von Hormus und die Situation bei Perim die Lage auf dem Weltölmarkt.

News zu Nahost: Tanker laut Iran in Straße von Hormus durch Mine in Brand geraten – USA widersprechen – Politik

Saudische Ölpipeline, die den Hormus-Kanal umgeht, nach Angriffen stillgelegt

Die wichtige Ost-West-Ölpipeline Saudi-Arabiens, die als Ausweichroute für Lieferungen dient, die die Straße von Hormus nicht passieren können, wurde nach mehreren Angriffen vorsorglich stillgelegt. Das teilte das Energieministerium des Königreichs mit. Die Angriffe führten zu mehreren Verletzten, und Einsatzkräfte ergreifen derzeit Maßnahmen, um die Pipeline zu sichern und ihre Sicherheit zu überprüfen, so das Ministerium auf X.

Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf Angaben von US-Regierungsbeamtenseite, dass die mehr als 1200 Kilometer lange Pipeline durch Drohnen angegriffen worden sei, die aus dem Irak gestartet sein sollen. Nach einer ersten Analyse seien Pumpstationen getroffen worden, die sich neben der Pipeline befinden, berichtete CNN weiter. Das für die Region zuständige US-Kommando Centcom lehnte auf Anfrage einen Kommentar zu dem Bericht ab. Die Pipeline war Berichten zufolge bereits Ende Juli von Verbündeten Irans vom Irak aus attackiert worden. Sie hat seit Beginn des Iran-Kriegs eine noch größere Bedeutung bekommen. 

Die Ölpreise sind in dieser Woche stark gestiegen, wobei Brent-Rohöl erneut über 100 US-Dollar pro Barrel gehandelt wird, da sich die Kämpfe im gesamten Nahen Osten verschärft haben – mit Angriffen der Huthi auf saudische Energieanlagen und US-Luftangriffen auf iranische Öltanker.

Leon Wenz

Auswärtiges Amt verurteilt Huthi-Vorgehen in Jemen 

Das Auswärtige Amt äußert sich besorgt über die jüngsten Entwicklungen in Jemen und der Straße von Bab al-Mandab. Iran und die verbündeten Huthi-Rebellen vor Ort versuchten schon seit Wochen, die internationale Schifffahrt einzuschränken, „in Geiselhaft zu nehmen“, sagt ein Ministeriumssprecher in Berlin. Dazu werde Saudi-Arabien und die Regierung in Jemen ins Visier genommen. „Das verurteilen wir“, sagt der Sprecher. „Bei zunehmender Kontrolle … über diesen Seeweg drohen dann natürlich weitere Einschränkungen von Öl- und auch LNG-Lieferungen aus der Region mit den entsprechenden negativen Auswirkungen für die Versorgungslage auf dem Weltmarkt.“

Unterdessen warnt der Verband deutscher Reeder (VDR) mit Blick auf die Lage im Nahen Osten vor einer zunehmenden Gefahr für Handelsschiffe. „Für die Schifffahrt im Roten Meer verschärft sich die Sicherheitslage erneut“, erklärt der in Hamburg ansässige Verband. Mit der Einnahme einer strategisch wichtigen Insel in der Meerenge Bab al-Mandab durch die mit Iran verbündete Huthi-Miliz verschärfe sich die Lage erheblich. „Für Schiffe, die die Meerenge weiterhin passieren, steigt das Risiko“, warnt der VDR. „Für Reedereien, die das Gebiet derzeit umfahren, rückt eine Rückkehr auf die direkte Route durch das Rote Meer in noch weitere Ferne.“

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