Weltausstellung

Aktualisiert am 12.05.2026, 15:28 Uhr

Der ehemalige niederländische Pavillon der Expo 2000 in Hannover wurde zu einem modernen Komplex umgebaut und heißt nun hylive.
© IMAGO/Future Image/Ulrich Stamm

Soll es in Berlin 2035 eine Expo geben? Eine klare Mehrheit der Menschen in der Hauptstadt spricht sich in einer aktuellen Umfrage für eine Bewerbung aus. Worauf setzen sie dabei besonders?

Eine Mehrheit von fast zwei Dritteln der Berlinerinnen und Berliner ist für eine Bewerbung der Hauptstadt um die Weltausstellung Expo 2035. Das ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage, wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin mitteilte, die sie in Auftrag gegeben hat.

Auf die Frage „Wie stehen Sie grundsätzlich dazu, dass Deutschland sich mit Berlin für die Weltausstellung Expo 2035 bewirbt?“ antworteten 22 Prozent mit „befürworte ich absolut“ und 43 Prozent mit „befürworte ich eher“. Dagegen sagten 6 Prozent „lehne ich absolut ab“, 18 Prozent „lehne ich eher ab“.

„Bild“: Große Konzerne arbeiten an Unterstützerbrief

In der Bundeshauptstadt wirbt die GmbH „EXPO 2035 Berlin“ dafür, die Weltausstellung wieder nach Deutschland zu holen. Die „Bild“ berichtet, dass auch große Konzerne wie Bayer, Mercedes-Benz, BASF und die Tesla Gigafactory an einem Unterstützerbrief arbeiten.

Weltausstellungen finden regelmäßig in unterschiedlichen Städten der Welt statt. Sie haben bereits für architektonische Wahrzeichen gesorgt, so entstanden unter anderem der Eiffelturm in Paris und das Atomium in Brüssel im Zusammenhang mit Weltausstellungen. In Deutschland fand die Expo zuletzt im Jahr 2000 in Hannover statt. Dort waren damals rund 18 Millionen Menschen zu Gast.

Berlin oder Miami? Auch Trump will die Expo

Auf die Frage, welche Ziele eine Expo konkret in Berlin erreichen müsse, nannten bei der aktuellen Umfrage 41 Prozent „Verbesserungen bei Infrastruktur und Stadtentwicklung“, 32 Prozent „mehr Arbeitsplätze und Ausbildungsangebote“. Genauso viele waren es bei dem Aspekt „Förderung von Innovation und Zukunftsthemen“ wie Nachhaltigkeit und Mobilität.

Für die Erhebung der Daten hat das Institut INSA Consulere aus Erfurt vom 4. bis 8. Mai 1.000 Berlinerinnen und Berliner ab 16 Jahren befragt. Die Stichprobe spiegelt den Angaben zufolge die demografische Struktur Berlins wider und gewährleistet eine repräsentative Abbildung der öffentlichen Meinung.

Der „Bild“ zufolge hätte eine gemeinsame Bewerbung von Berlin und Brandenburg gute Chancen, die Weltausstellung nach Deutschland zu holen. Allerdings gibt es noch einen großen Konkurrenten: US-Präsident Donald Trump will die Expo 2035 ebenfalls in sein Land holen, genauer gesagt nach Miami.

Expo oder Olympia?

Die Berliner SPD fordert vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) einen stärkeren Einsatz für eine Bewerbung für die Expo 2035. Man fordere Wegner und den gesamten Senat auf, die Bewerbung Berlins als Austragungsort zu beschließen und alle notwendigen Schritte einzuleiten, sagte ein Sprecher des SPD-Landesverbandes. „Dazu sollen auch zügig konkrete Gespräche mit der Landesregierung Brandenburgs aufgenommen werden, um eine Zusammenarbeit zu ermöglichen.“

Empfehlungen der Redaktion

Man wolle die Weltausstellung nutzen, „um gemeinsam mit der Stadtgesellschaft eine mutige Vision für Berlin zu entwickeln“ betonte der Vorsitzende des Landesverbandes, Steffen Krach. Mit dem Geld solle eine moderne Infrastruktur, „für neue Innovationskraft, mehr Wirtschaftswachstum und sichere Arbeitsplätze“ entstehen. „Die Uhr tickt immer lauter und wir fordern Kai Wegner auf, die Expo-Initiative endlich ernst zu nehmen und die Bewerbung auf den Weg zu bringen.“

Der Beschluss der SPD Berlin unterstreiche, dass sich die Expo- und Olympiabewerbung nicht ausschließen, sondern sinnvoll ergänzen könnten, hieß es in dem Schreiben. Kritiker halten Wegner vor, es gehe ihm vor allem um die Rücksichtnahme auf ein anderes Großprojekt, das er durch eine Expo-Bewerbung nicht gefährden wolle. Wegner hatte im Abgeordnetenhaus betont: „Die Priorität liegt bei Olympischen und Paralympischen Spielen.“ (dpa/fab)

Verwendete Quellen

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