Beim Weltcup im April in Mexiko gingen die deutschen Bogenschützen noch leer aus, doch nun hat es beim European Grand Prix in der Türkei mit den ersten Medaillen der neuen Saison geklappt. Und das lag nicht zuletzt an Jonathan Vetter. Das Eigengewächs der SF Gechingen, das derzeit auf Platz 13 der Weltrangliste steht, holte in Antalya Gold mit den Recurve-Herren und Bronze im Mixed.
Finalsieg gegen Belgien
Bundestrainer Oliver Haidn war schon etwas nervös geworden, nachdem das deutsche Team in Mexiko keine Medaillen geholt hatte. Man müsse sich steigern, forderte er nach dem Weltcup-Auftakt im südmexikanischen Puebla, bei dem Vetter bester Deutscher war. Umso angespannter fuhr die Nationalmannschaft nach Antalya, wo vom 18. bis 24. Mai auch die EM stattfinden wird. Doch das Recurve-Team lieferte ab. Zwar fehlten beim European Grand Prix die starken asiatischen Nationen wie Taiwan, Korea, Japan, Indien und China, dafür bekam es Deutschland schon früh mit der Türkei zu tun, die Erster in der Quali wurde. Im Finale traf das Trio Jonathan Vetter, Mathias Kramer und Moritz Wieser auf Belgien – und siegte klar mit 6:2 (55:54, 56:49, 55:56, 56:53).
Bronze im Mixed
Im deutschen Recurve-Mixed-Team trat Vetter mit Katharina Bauer (Rosenheim) an. Im Halbfinale scheiterten beide zwar deutlich mit 0:6 an der starken Türkei, sicherten sich anschließend aber ebenso deutlich mit 6:0 die Bronze-Medaille gegen die Niederlande. Zudem holte Bauer im Recurve-Einzel der Frauen mit Bronze die dritte deutsche Medaille in Antalya.
Im Recurve-Einzel der Männer wurde Vetter erneut bester Deutscher, verpasste mit Platz sechs jedoch eine Medaille – trotz neuer Saison-Bestleistung. Gegen Olympia-Sieger Mete Gazoz konnte der Gechinger im Viertelfinale zwar bis zum 4:4 mithalten, unterlag dann aber dem Türken mit 4:6. Gazoz wurde am Ende Dritter.
Gute Standortbestimmung
Bundestrainer Haidn fasste die Woche in Antalya so zusammen: „Wir können mit dem Abschneiden unserer Mannschat zufrieden sind. Drei Medaillen und vier weitere Viertelfinals sind eine gute Bilanz. Das war nach dem Weltcup in Mexiko sehr wichtig für uns.“ Vetters Mixed-Partnerin Bauer analyiserte: „Die Woche war für uns sehr wichtig. Es waren fast alle Nationen da, die auch bei der EM mitreden werden. Deswegen war es eine gute Möglichkeit, zu sehen, wo wir genau stehen. Auf dem Feld in Antalya ist es immer etwas tricky mit dem Wind. Je mehr Möglichkeiten wir bekommen, dort Wettkämpfe zu schießen, desto sicherer werden wir dort auch.“



